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Unterwegs – In den Schweizer Alpen
«Die Stille, die von nichts als den eigenen Fusstritten oder dem knirschenden Schnee unter meinen Schneeschuhen durchbrochen wird, die Weite, die klare Luft, der sternenbespickte Himmel ... Inmitten dieses Szenarios verspüre ich ein besonderes Gefühl des Friedens und der Lebensfreude, der Begegnung mit meinem Schöpfer.»
Patrick Frischknecht
Es ist gut zweieinhalb Stunden vor Sonnenaufgang. Das Klingeln meines Weckers reisst mich keinesfalls aus dem Tiefschlaf, sondern bestätigt mir lediglich, dass es Zeit ist, aufzustehen. Denn bereits in den tiefen Nachtstunden erfüllte mich eine grosse Spannung und Vorfreude, so dass ich kaum mehr richtig schlafen konnte. Meine Gedanken kreisten: Was werde ich während meinen bevorstehenden Bergwanderungen alles erleben und antreffen? Welche vergänglichen Momente, welche einmaligen Situationen und Begegnungen werden heute meine Motive sein? Mit einem Dankgebet an Gott beginne ich den Tag, ehe ich einen Müsliriegel zum Frühstück verschlinge und mich bald darauf auf den Weg mache.
Die frühen Morgenstunden bieten nebst den schönsten Lichtstimmungen eine weitere Einmaligkeit. Selbst in den Gebieten, wo tagsüber etliche andere Naturliebhaber anzutreffen sind, ist man oft ganz für sich allein. Und das bedeutet mir viel. Die Stille, die von nichts als den eigenen Fusstritten oder dem knirschenden Schnee unter meinen Schneeschuhen durchbrochen wird, die Weite, die klare Luft, der sternenbespickte Himmel ... Inmitten dieses Szenarios verspüre ich ein besonderes Gefühl des Friedens und der Lebensfreude, der Begegnung mit meinem Schöpfer.
Für die Augen gibt es zu dieser Tageszeit noch nicht sehr viel wahrzunehmen. Daher ist es vor allem die Nase, die mir über die verschiedenen Gerüche die Eindrücke der Gegend vermittelt. Erst mit dem Anbruch der Dämmerung sind die Stimmen der Tiere zu hören und die ersten leichten Verfärbungen am Horizont zu erkennen.
Zu diesem Zeitpunkt bin ich bereits an meinem gewünschten Zielort angelangt, um den Sonnenaufgang geniessen und fotografieren zu können. Es wird heller und heller.
Erst zeigt sich die Gegend in Blautönen, dann verfärbt sich der Himmel lila, manchmal violett, pink oder in apricot, ehe die ersten Sonnenstrahlen die höchsten Berggipfel treffen. Nun sind es wieder die Augen, die mir das Entdecken der wunderschönen Bergwelt in allen Details ermöglichen. «Die Wirklichkeit der Natur mit den Augen des Geistes betrachtet, lässt uns ein Echo Gottes vernehmen.» Dieser Satz des Fotografen Ansel Adams verbalisiert perfekt das Erleben und die Gefühle, die ich in diesen Momenten verspüre.
Ehrfurcht erfüllt mich, wann immer ich im Freien unterwegs bin. Sei dies am Fusse eines Bergmassives, beim Fotografieren der Alpenflora oder wenn ich einem mächtigen Steinbock gegenüberstehe. Denn all dies zeugt von Gottes Schöpfungskraft und Kreativität! Mit Hilfe meiner Kamera möchte ich eben diese Emotionen und Eindrücke anderen Menschen weitergeben und sie an diesen einmaligen Momenten teilhaben lassen! Mit meinen Bildern etwas in den Herzen der Menschen auszulösen, dies ist mein grosser Wunsch.
Obwohl mich die Berge von klein auf fasziniert und beeindruckt haben, habe ich mich nie für den Alpinismus und das Bergsteigen interessiert. Dank der heutigen Technik und den vielen Bergbahnen bleibt mir als «Berg-Laie» dadurch die traumhafte Alpenwelt der Schweiz nicht verborgen. Oft gelange ich mit dem Auto oder per Sessellift an einen geeigneten Ausgangspunkt, um dann zu Fuss meine Fotopirsch fortzusetzen und anschliessend in einer Hütte die Nacht zu verbringen.
Die heute gut ausgestatteten Bergunterkünfte sind insbesondere während der warmen Sommermonate geöffnet. Wer eisige Temperaturen nicht scheut, kann jedoch auch in der einen oder anderen Hütte eine winterliche Übernachtung geniessen.
Ich plane meine Besuche in den Alpen immer gut vor, wobei mir das Internet eine grosse Hilfe ist und mir auch wichtige Informationen bezüglich des lokalen Wetters liefert. Die moderne Technik – inklusive GPS – sowie gute Vorbereitungen sind mir wichtig, können aber niemals detailliertes Kartenmaterial, persönliche Erfahrungen und Beobachtungen ersetzen.
Ich erachte es als grosses Privileg, so nahe bei den Alpen leben zu dürfen. Die Verschiedenartigkeit und Vielfalt der Bergwelt und deren Fauna und Flora bringen mich immer wieder neu zum Staunen und verinnerlichen mir die Grösse und Unfassbarkeit von Gottes Herrlichkeit.
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