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Sexueller Missbrauch wird zum Thema
(16. Oktober 2008/rh.) - Sexuelle Verfehlungen seitens von Pastoren und Mitarbeitern werden zu einem wachsenden Problem in den pfingstkirchlichen Churches of God in Christ (COGIC), die in den USA sechs Millionen Mitglieder haben. Nun wird das schwierige Thema angepackt.
Den Stein ins Rollen brachte D. L. Foster, Gründer der Organisation ReportCOGICAbuse.com gemäss einem Bericht von Charismamag.org. Foster beklagt, dass die Gemeindeleitungen keine ernsthaften Massnahmen ergriffen, selbst wenn begründete Vorwürfe gegen Gemeindeangestellte vorlägen.
Er treffe vielfach auf dasselbe Muster: Es wird geleugnet, dass es Opfer gibt und es wird abgestritten, dass die Gemeinden Mitverantwortung tragen: “Die Betroffenen berichteten die Vorfälle der Gemeindeleitung, doch diese handelte nicht.” Auf einer Webseite führt Foster eine chronologisch geführte Liste mit Fällen von Missbrauch auf.
Foster ist selbst Pastor einer COGIC-Gemeinde, aber ohne die sonst übliche Ordination. Auf das Problem aufmerksam wurde er nach einem Blog-Beitrag über den texanischen Pastor Sherman Allen, als sich anschliessend Leser bei ihm meldeten und ihm ihre Geschichten über erlebten Missbrauch schilderten. Allen wurde wegen sexuellen Missbrauchs einer Frau in der Seelsorge angeklagt. Mitangeklagt war auch der Gemeindeverband COGIC, weil das Opfer ausgesagt hatte, die Gemeindeleitung habe ihre Aussagen nicht richtig ernst genommen. Inzwischen hat D.L. Foster über 30 Missbrauchsfälle dokumentiert.
Elder Derrick W. Hutchins, der Vorsitzender des Rats der Pastoren und Ältesten der Church of God in Christ, bestreitet, dass die Missbrauchsvorwürfe in der Gemeinde nicht ernst genommen werden. "Wir dulden keine Pastoren auf der Kanzel, die des Missbrauchs für schuldig befunden werden.”
Foster war als Jugendlicher selbst Opfer homosexuellen Missbrauchs geworden. Das Schlimmste seien aber weniger die Übergriffe gewesen, sondern die Qual, niemanden etwas sagen zu können. Als er es nach vier Jahren endlich wagte, sich gegenüber dem Jugenedleiter zu äussern, wurde ihm nicht geholfen, sondern das Gegenteil trat ein: Er wurde angeklagt, verleumdet, ausgelacht. Als 19-jähriger verliess er die Gemeinde und begann einen homosexuellen Lebensstil. Er habe die Gemeinde gehasst, Gott gehasst und alles, womit er aufgewachsen sei.
Gut zehn Jahre später fand Foster ein neues Leben durch die Umkehr zurück zu Jesus Christus. Darauf löste er sich vom homosexuellen Verhalten und er heiratete. Heute hat er fünf Kinder und leitet eine Institution, die Hilfe für homosexuelle Menschen anbietet. Seine Motivation basiert auf der eigenen Erfahrung. Er will denjenigen eine Stimme geben, die nicht für sich selbst reden können.
Fosters Initiative hat in den Reihen der Church of God in Christ zu einem Umdenken geführt. Das Thema wird aktiv diskutiert und entsprechende Verhaltensregeln werden umgesetzt. Gut möglich, dass dieses Beispiel von weiteren Gemeindeverbänden übernommen wird.
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