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Fliegenhirn – besser als jeder Computer
(26. August 2010/rh.) – Die winzigen Gehirne der Fliegen verarbeiten visuelle Bewegungen in Bruchteilen einer Sekunde.
Der für das Bewegungssehen zuständige Bereich des Fliegenhirns ist winzig: In einem Sechstel Kubikmillimeter Gehirn befinden sich über 100000 Nervenzellen – und jede Zelle ist mehrfach mit ihren Nachbarzellen verbunden. Die Nervenzellen sind hochspezialisiert und verarbeiten die Bilderflut während des rasanten Fluges mit unglaublicher Präzision. So können Fliegen eine Vielzahl von Informationen über Ei- gen- und Umweltbewegung in Echtzeit verarbeiten – etwas, das so kein heute existierender Computer leisten könnte, erst recht nicht, wenn er so winzig wie ein Fliegenhirn wäre. Die Forscher mussten einen Weg finden, die Aktivität dieser Nervenzellwinzlinge ohne die Hilfe von Elektroden zu beobachten. Sie nahmen diese Hürde nun durch den Einsatz modernster genetischer Methoden bei der Fruchtfliege Drosophila melanogaster.
Es gelang, einzelne Nervenzellen der Fruchtfliege mit einem Indikator-Molekül auszustatten. TN-XXL macht durch Änderung seiner Fluoreszenzeigenschaften die Aktivität von Nervenzellen sichtbar. Damit haben Forscher des Max-Planck-Instituts für Neurobiologie erstmals die technischen Voraussetzungen geschaffen, um die grundlegenden Mechanismen im Fliegengehirn zu entschlüsseln. Diese ersten Untersuchungen zeigen, dass das Fliegenhirn noch manch ein Geheimnis birgt und es noch viel zu entdecken gibt.
Quelle: Nature Neuroscience, 11. Juli 2010
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