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Sehnsucht nach Freiheit

(26. August 2010/tas.) – Jedes Jahr fliehen Tausende aus Nordkorea nach China. Die Mehrzahl sind Frauen. Wie der südkoreanische Christ Chun Ki Won zu helfen versucht.

Der südkoreanische Pastor drückt aufs Gas. Der Lieferwagen beschleunigt auf der pockennarbigen Schotterstrasse, während die Neonlichter ein Streifenmuster auf die zwei Menschen im Kofferraum zeichnen. Es sind erwachsene Frauen, aber sie sehen aus wie Kinder. Sie sind auf der Flucht aus  Nordkorea, dem Terrorregime auf der anderen Seite des Tumen-Flusses.

Von der chinesischen Seite des Flusses aus wirkt Nordkorea friedvoll: Gerade weisse Reihen von Häusern, aus der Papierfabrik emporsteigender Rauch, zwei im Fluss badende Kinder, eines davon winkt uns zu. Weiter oben auf dem grünen Hang tauchen Soldaten auf. Hinter ihnen verästeln sich die roten Schotterwege wie Blutgefässe im Berg. Der Diktator hat die Natur tätowiert: «Kim Jong II – möge er 10000 Jahre leben!», steht auf einer weissen Steinmauer.

Versteckt durch die Nacht überqueren jedes Jahr Tausende von Flüchtlingen die Baitou-Gebirgskette, schleichen entweder um die Grenzpatrouillen herum oder erkaufen sich den Durchgang mit ihrem letzten Hab und Gut. In Überzeugung, jenseits der Grenze besser leben oder einfach nur, um überleben zu können. Zwei von drei Flüchtlingen aus Nordkorea sind Frauen. Es ist für sie einfacher, unterzutauchen und in China Arbeit zu finden, als für Männer. Aber oft landen sie im Sexgewerbe oder werden an Chinesen verkauft. Unter Missachtung der UNO-Konvention jagt China die nordkoreanischen Frauen und bringt sie zurück über die Grenze. Dort werden sie als Verräterinnen behandelt. Es erwartet sie Gefängnis, Folter und im schlimmsten Fall der Tod.

Inzwischen bildete sich eine Allianz unterschiedlicher Helfer. Menschenhändler, aber auch Christen, versuchen, die Frauen auf der sogenannten «Untergrund-Eisenbahn» in die Freiheit nach Südkorea zu lotsen.

Lesen Sie den ganzen Beitrag in factum 6/2010.


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