Aktive Sterbehilfe kann nicht die Lösung sein
(03. September 2010/im.) - Die Schweizerische Evangelische Allianz zweifelt die Aussagekraft der eben veröffentlichten Studie an und bittet das EJPD die Ergebnisse dieser telefonischen Umfrage in der Neuregelung der Sterbebegleitung nicht zu berücksichtigen. Die aktive Sterbehilfe sowie die Tätigkeit von Suizidhilfeorganisationen soll nicht erlaubt werden. Dagegen befürwortet die SEA ein flächendeckendes Angebot an Palliativpflege.
Laut einer aktuellen Umfrage befürwortet eine klare Mehrheit der Schweizer Bevölkerung die aktive Sterbehilfe und wendet sich dagegen, die Tätigkeit von Suizidhilfe-Organisationen zu beschränken.
Eine Meinungsumfrage zu einem so hochgradig emotionalen und schwierigen Thema ist nach Ansicht der Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA) äusserst heikel. Können sich die Befragten, welche sich zuvor nicht mit dem Thema beschäftigt haben, in einer telefonischen Umfrage zu einem so brisanten, persönlichen und ethisch komplexen Thema äussern?
Die SEA bezeichnet es auch als fraglich, eine Umfrage zu diesem Thema bei der Bevölkerung direkt für die Ausarbeitung einer differenzierten Gesetzesvorlage zu nutzen. Ein solches Vorgehen könnte eine fundierte Auseinandersetzung in der Bevölkerung mit dem Thema des assistierten Suizids sogar gefährden.
Es wäre falsch, schreibt die SEA in einer Stellungnahme, das Resultat allein darauf zurückzuführen, dass nur noch eine Minderheit der Schweizerinnen und Schweizer religiös ausgerichtet ist. Man stelle angesichts der Kostendiskussionen, die insbesondere den letzten Lebensabschnitt von todkranken Menschen ansprechen, vielmehr eine weit verbreitete Angst vor einer eingeschränkten medizinischen Versorgung und Pflege fest.
Viele Menschen möchten die Möglichkeit haben, ihre Sterbephase abzukürzen, wenn die Schmerzen zu gross werden und sie den Eindruck haben, keine optimale Pflege mehr zu erhalten.
Die SEA weist daher darauf hin, dass trotz vielen Appellen eine flächendeckende Palliativpflege in vielen Kantonen noch längst nicht die Realität ist. Es ist aber in erster Linie dieses Angebot, das Spitäler und Pflegeheime machen müssten, um die Angst vor dem Sterben einzudämmen und Sterbenden Mut zu machen, auch bei schwerer Krankheit diese letzte Zeit des Lebens auszuhalten.
In einer 2009 veröffentlichten Stellungnahme beschäftigt sich die SEA ausführlich mit Fragen von Sterben und Tod, der Begleitung von sterbenden Menschen und der Problematik von organisierter Suizidhilfe.
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