Zürich: 800 am Marsch fürs Leben
(20. September 2010/fa.) – Zu einer eindrücklichen Demonstration für das Leben wurde der in Zürich erstmals durchgeführte „Marsch für s’Läbe“.
Gemäss polizeilichen Angaben waren gestern rund 600 Personen an der Kundgebung auf dem Zürcher Helvetiaplatz anwesend. Am anschliessenden Marsch durch das Stadtzentrum waren es dann gut 800 Männer und Frauen, Jugendliche und Kinder. Sie zogen zuerst mit weissen Kreuzen und schwarzen Kleidern still durch die Strassen, um dann in bunten Farben und zu den Klängen der Lebenslust versprühenden brasilianischen Steelband zurückzukehren. Dies symbolhaft, um Tod und Leben darzustellen. Einige Eier und Tomaten werfende Gegendemonstranten vermochten die gute Stimmung im sehr diszipliniert ablaufenden Umzug nicht zu gefährden.
Nationalrätin und Ärztin Yvette Estermann sprach sich in einem Grusswort gegen die Abtreibung aus und unterstrich die Ehrfurcht vor Gott. Das schreckliche Bild, das eine Abtreibung vom ungeborenen Kind übrig lässt und ihr Glaube motivierten sie, sich als Politikerin für den Lebensschutz einzusetzen.
Den Abschluss bildete ein Gottesdienst im Freien. Auf dem Helvetiaplatz versammelten sich dazu wiederum Hunderte von Teilnehmern. Pfarrer Roland Graf zeigte die jedem Menschen innewohnende Menschenwürde auf, die vom Anfang bis zum Ende des Lebens gilt. Graf kritisierte die gegenwärtige Manipulation der Gesellschaft. Er nannte konkret die aktuelle Umfrage der Universität Zürich. Nach dieser ist eine Mehrheit der Schweizer für die direkte aktive Sterbehilfe. Den Begriff "aktive Sterbehilfe" würden aber nicht alle vestehen und oft positiv deuten. Dabei sei aktive Sterbehilfe Tötung auf Verlangen, im Extremfall Tötung ohne Verlangen.
Pfarrer Hansjürg Stückelberger wies auf die Schuld hin, die unser Land aufgetürmt habe. Dabei meine er nicht die Staatsschulden und auch nicht die Bankenkrise, sondern die wirkliche Schuld, die sich weder verdrängen noch wegdiskutieren oder verschweigen lasse. Einzig ein klares Schuldbekenntnis und die unendliche Barmherzigkeit Gottes würden es möglich machen, dass die Sonne der Freude wieder in unsere Täler leuchte. Gottes Vergebung sei der stärkste Ausdruck seiner Liebe.
Enttäuscht zeigten sich die Organisatoren einzig über die verzerrte und lückenhafte Berichterstattung der Medien. Wie OK-Präsident Daniel Regli sagte, werde man den Anlass jetzt auswerten und anschliessend über eine Neuauflage entscheiden.
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