Buchmesse Frankfurt: Antijüdische Hetzschriften
(11. Oktober 2010/tl.) – Die Frankfurter Buchmesse ist nicht nur das weltweit bedeutendste Forum für Literatur. Sie ist auch jedes Jahr auf’s Neue eine Plattform für antisemitische und Gewalt verherrlichende Bücher und Traktate.
Mit der Frankfurter Buchmesse ist es wie mit der an jedem Sylvester ausgestrahlten Sendung “Dinner for One”: Es gilt das Motto „Same procedure as every year“. Allerdings handelt es sich bei der Wiederholung des Gleichen auf der Buchmesse nicht um den Klamauk um einen betrunkenen Diener, sondern um offensiv vorgetragenen Judenhass und Gewaltverherrlichung. Obwohl es bereits in früheren Jahren regelmässig Proteste hervorgerufen hatte, dass türkische, arabische und iranische Aussteller auch Hetzliteratur und antisemitische Bücher an ihren Ständen ausstellen, ist es den Veranstaltern auch in diesem Jahr nicht gelungen, solches zu unterbinden.
Es ist das achte Jahr in Folge, in dem das Simon Wiesenthal Center Aufrufe zu Hass und Gewalt auf der Buchmesse beklagt. An den Ständen der iranischen und arabischen Verlage finden sich antijüdische und antiisraelische Hetze, Schriften mit Verschwörungstheorien und antisemitische Karikaturen in grosser Zahl. So sind etwa an einem iranischen Stand DVD’s in türkischer Sprache zu bekommen, in denen Selbstmordattentäter glorifiziert werden.
In einem Schreiben an Jürgen Boos, den Direktor der Frankfurter Buchmesse, hat das Simon Wiesenthal Center darauf hingewiesen und der Hoffnung Ausdruck gegeben, dass im kommenden Jahr nicht erneut zu beklagen ist, dass Hetze und Gewaltaufrufe auf der Franfurter Buchmesse ein Forum finden.
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