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Hisbollah feiert Ahmadinedschad

(13. Oktober 2010/fa.) - Unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen hat heute Mittwoch der zweitägige Libanon-Besuch des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad begonnen.

Nachdem die Wut über die Uno-Rede des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad, in deren Verlauf er den israelischen Premierminister als „Profikiller“ bezeichnet und Verschwörungstheorien über die Urheber des Terroranschlags vom 11. September 2001 verbreitet hat, besucht er nun erstmals den Libanon.

Während des zweitägigen Aufenthalts reist Ahmadinedschad auch in den Süden ins Grenzgebiet zu Israel. Tausende Libanesen, überwiegend Anhänger der schiitischen Hisbollah, begrüssten den iranischen Präsidenten bei seiner Ankunft mit Fahnen und Ballons. Die Strasse vom Flughafen in die Hauptstadt Beirut war mit Ahmadinedschad-Plakaten geschmückt.

Die USA und Israel hatten gegen den zweitägigen Besuch protestiert. Der Iran unterstützt die Hisbollah jedes Jahr mit Millionen. Auch ein Grossteil der Waffen der Hisbollah-Miliz soll aus dem Iran kommen.

Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah hatte die Libanesen vor dem Besuch aufgerufen, sich «massiv» an dem Empfang zu beteiligen. «Dieser Empfang durch das Volk ist eine Ohrfeige für alle, die den Besuch kritisiert haben - insbesondere die USA und Israel», sagte ein Moderator des Hisbollah-Fernsehsenders Al-Manar.

Nach seinem Besuch in Syrien stärkt Ahmadinedschad nun der schiitischen Hisbollah angesichts der Ermittlungen des UN-Sondertribunals den Rücken. Einigen Mitgliedern der Hisbollah droht eine Anklage wegen Mordes an dem früheren Ministerpräsidenten Rafik Hariri im Jahr 2005. Gegner der Hisbollah in der Regierung beschuldigten den iranischen Präsidenten, den Libanon "zu einem iranischen Stützpunkt am Mittelmeer" machen zu wollen.

Ungeachtet dessen, dass 40 Prozent der Libanesen Christen sind, haben die Moslems im Libanon die absolute Führung. In Beirut und in Bint Jbail wird Ahmedinedschad ungestört seine Ansprachen halten können. In Bint Jbail wurde zu Ehren des iranischen Präsidenten sogar ein Modell des Jerusalemer Felsendoms errichtet, auf dem eine iranische Flagge weht. Mit diesem Besuch soll klar gemacht werden, dass der Libanon unter iranischem Einfluss steht und dieses Land ein Militärstützpunkt des Iran am Mittelmeer ist.

Dabei ist die Lage an der israelisch-libanesischen Grenze auch zehn Jahre nach dem Rückzug Israels und vier Jahre nach dem Ende des Libanonkriegs äusserst angespannt. Erst im August dieses Jahres waren bei einem Scharmützel fünf Personen getötet worden. Damals entzündete sich die Gewalt an einem gefällten Baum. Was passiert, wenn Israels erklärter Staatsfeind Nummer eins an der Grenze auftaucht?

In Israel wurde die Stimmung von einigen Medien aufgeheizt. So schlug die Zeitung „Haaretz» in einem Kommentar vor, die Gelegenheit zu nutzen und Ahamdinedschad mit einer Kommandoaktion nach Israel zu entführen. Dort könnte er wegen Anstiftung zum Völkermord vor Gericht gestellt werden. Die staatliche iranische Presse nahm diese Meinungsäusserung – ob sie nun ernst gemeint war oder nicht - umgehend in ihre Berichterstattung auf. Offizielle israelische Stellen nahmen bislang keine Stellung zum Staatsbesuch im Nachbarland.



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