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Schweiz: Bücher-Verbrenner festgenommen

(06. November 2010/fa.) - Sie wollten die Bibel und den Koran anzünden, doch dazu wird es nicht mehr kommen: Die Polizei hat in Bern drei Männer festgenommen.

Der Hindu Titus Leo Panakal wollte zusammen mit zwei Gleichgesinnten auf dem Bundesplatz in Bern eine Bibel und einen Koran verbrennen. Diese heiligen Schriften enthielten gewalttätige Verse, pornografische Geschichten und Inzest-Texte, begründet Panakal seine Absicht.

Eine solche Aktion ist gesetzlich verboten. Das Verbrennen von Bibeln und Koranen verstösst gegen den Artikel 261 im Strafgesetzbuch – die Störung der Glaubens- und Kultusfreiheit. «Das gefährdet die öffentliche Sicherheit und wird von uns nicht toleriert», so ein Sprecher der Polizei.

Wie „Welt online“ meldet, hat die Polizei die drei Männer festgenommen. Die beiden Schweizer und der Inder würden derzeit verhört, sagte eine Polizeisprecherin. Demnach wurden sie bereits am Donnerstag in der Hauptstadt festgenommen. Die Männer wollten die Bücher am Freitagabend vor dem Regierungssitz anzünden.

Die Polizei hatte aus Medienberichten über die Absicht der drei Männer erfahren, wie die Polizeisprecherin sagte. Bei der Festnahme hatten sie jeweils zwei Ausgaben des Koran und der Bibel bei sich. Den Platz vor dem Regierungssitz als Ort der Verbrennung suchten sich die Festgenommenen offenbar aus, um eine grössere Aufmerksamkeit zu erlangen.

Ein Untersuchungsrichter eröffnete bereits ein Verfahren gegen die Männer. In der Schweiz können religiöse Diskriminierung und Anstiftung zur Gewalt oder einer Straftat mit bis zu drei Jahren Haft bestraft werden.

Wie man durch öffentliches Bücherverbrennen weltweit Schlagzeilen machen kann, hat der US-Pastor Terry Jones vordemonstriert, als er ankündigte, am Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001Ausgaben des Koran zu verbrennen. In muslimischen Ländern kam es zu teils gewaltsamen Protesten. Jones sagte die Aktion schliesslich ab.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Inder Panakal wegen Protestaktionen ins Visier der Polizei gerät. Bereits 2007 wurde er bei einer Protestaktion auf dem St. Petersplatz im Vatikan deswegen verhaftet.

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