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Rektor will Firma Blessed nicht als Projektsponsor

(09. November 2010/fa.) – Die Schüler an einem Bieler Gymnasium waren engagiert daran, die ihnen gestellte Aufgabe zu lösen. Nun greift der Rektor der Schule ein und lehnt den Hauptsponsor ab. Begründung: Man wolle nicht, dass die Schule in den Zusammenhang mit einer christlichen Organisation gebracht werde.

Es ist alles organisiert für das Projekt der Schüler der Sekunda des Seelandgymnasiums Biel. In der Fachschaft für Wirtschaft und Recht sollen sie eine Party auf die Beine stellen.

«Über das Marketing, PR bis zur Finanzierung müssen wir alles selbst organisieren», sagte Schüler Kerim Chaibi (17) zu Blick.ch. Und das tun sie auch.

Für die Party am 18. Dezember fanden die Schüler einen Hauptsponsor mit der Snowboard-Kleidermarke «Blessed». Ihr Gründer, Simon Georg, 24, baut die Firma auf christlichen Werten auf. «Ehrlichkeit, Fairness und Freundlichkeit sind die Werte, die mir im Leben am wichtigsten sind», sagt Georg.

Zehn Prozent der Einnahmen von „Blessed“ gehen in soziale Projekte. Auch Fair Trade ist wichtig, bei der Produktion wie beim Handel.

Doch nun greift der Rektor des Seelandgymnasiums Leonhard Cadetg,47, ein. Wie „ Blick “ meldet, will er die Marke «Blessed» nicht als Sponsor für die Schulparty haben. «Ich kann und will nicht tolerieren, dass der Name meiner Schule in Zusammenhang mit einer christlichen Organisation auftaucht», sagte Cadetg zu Blick.ch. Der Rektor will eine „laizistische Schule“ und „nichts mit einer religiösen Verbindung“, egal welcher Richtung, zu tun haben.

Bei „Blessed“ herrscht nun Konsternation. Simon Georg: „Ich bin regelrecht erschrocken, als ich die Begründung gehört habe. Sie wollten noch nicht mal etwas über die Firma wissen. Ein Gespräch war nicht möglich.» Zudem ist schon vieles organisiert: Ein DJ, eine Hip-Hop-Tanzgruppe und T-Shirts für alle Schüler.

 Die Schüler selbst sind verärgert. «Uns regt das mächtig auf», sagt Kerim Chaibi. «Wir haben keine Auflagen bekommen und jetzt heisst es von einem Moment auf den anderen, sucht euch einen neuen Sponsor. Und das wegen einem so banalen Grund. Wir können das nicht verstehen.»

Das englische Wort „blessed“ heisst „gesegnet“. Auf der Firmenwebseite wird die Namenwahl damit erklärt, dass der Begriff „in aller Welt verstanden werden" soll, deshalb die englische Version. „Ist es nicht ein riesiger Segen, dass wir glücklich und gesund sind und all diese vielen wilden Sachen erleben dürfen?“, fragt „blessed“ die Snowboarder-Gemeinde. Deshalb finde man den Namen „Segen“ treffend. „blessed“ heisse im übrigen nicht nur Segen, sondern werde in der Bibel auch für “geheilt” oder “beschützt” verwendet: „Es ist unser Wunsch dazu zu stehen und auszudrücken, dass Gott jeden Menschen über alles liebt.“

Eine solche positive Haltung will Rektor Cadetg nicht in einen Zusammenhang bringen mit dem Seelandgymnasium.

Auf "Blick online" läuft eine rege Diskussion über Sinn und Unsinn des Eingreifens seitens der Schulleitung.



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