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Kritik: Obama stärkt Einfluss des Iran im Irak

(24. November 2010/tl.) – Schwere Kritik an der Irak-Politik von US-Präsident Barack Hussein Obama übt der frühere irakische Botschafter in den USA und stellvertretende ständige Vertreter des Irak bei den Vereinten Nationen, Feisal Amin Rasoul al-Istrabadi. Obamas Unterstützung für den umstrittenen irakischen Präsidentschaftskandidaten Nuri al-Maliki fördere das Chaos im Irak und stärke den Einfluss des Iran in der Region.

Mit einer vernichtenden Kritik an der Irak-Politik von US-Präsident Obama hat sich Feisal Amin Rasoul al-Istrabadi zu Wort gemeldet. Schlechtere Ergebnisse für die nationalen amerikanischen Sicherheitsinteressen in der Region seien kaum vorstellbar sagte al-Istrabadi, der heute Direktor des Zentrums für Nahoststudien an der Universität von Indiana ist, mit Blick auf Obamas Bilanz.

Wörtlich erklärte al-Istrabadi: „Die Politik der Regierung im Irak stärkt den Iran regional auf Kosten der arabischen Verbündeten Amerikas, untergräbt Amerikas eigene Bemühungen im Nahen Osten Frieden zu stiften und schwächt die im Entstehen begriffene Demokratie im Irak“. In der Irak-Politik herrsche Chaos, erklärte al-Istrabadi.

Die USA hatten Druck auf die arabischen Nachbarn des Irak ausgeübt, um sie für eine weitere Amtszeit Malikis zu gewinnen. Die meisten arabischen Länder hatten sich geweigert. Ihnen ist Maliki suspekt, weil der iranische Herrscher Ahmadinedschad sich für Maliki als künftigen Präsidenten des Irak einsetzt.

Dass die USA genau in dem Augenblick die Rolle des Iran im Irak stärken, in dem der Westen versucht den Iran wegen seines Strebens nach der Atombombe zu isolieren bezeichnet al-Istrabadi als eine beunruhigende Konsequenz der US-Diplomatie. Mehrere Golfstaaten haben sich dem amerikanischen Druck, Maliki zu unterstützen, bislang widersetzt. Es ist ihnen unvergessen, dass Maliki während der ethnischen Säuberungen gegen sunnitische Muslime in Bagdad federführend war.

In den Golfstaaten wird Iran als existentielle Bedrohung gesehen. Kuwait, Bahrain und Saudi-Arabien werfen Iran vor, die schiitischen Bevölkerungsgruppen in ihren Ländern aufzuwiegeln und nach regionaler Vorherrschaft zu streben. Auch im Irak wirkt der Iran destabilisierend. Erst unlängst haben irakische Sicherheitskräfte Selbstmordattentäter dingfest machen können, die offenbar vom iranischen Geheimdienst angeworben und ausgebildet worden waren.

Al-Istrabadi wirft Obama vor, Maliki deshalb ins Amt hieven zu wollen, weil das der einfachste Weg ist, vor der Kampagne zur Wiederwahl des Präsidenten eine neue Regierung im Irak zu etablieren. Obama schade aus parteitaktischen Gründen mit seiner Politik den nationalen Interessen der USA. Sein Handeln gehe zu Lasten der arabischen Verbündeten und schwäche die im Entstehen begriffene Demokratie im Irak.  

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