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Der Vorausdenker
(08. Dezember 2010/rk.) – Nikolaus von Kues hat die moderne Wissenschaft mitbegründet. Aber er verfiel nicht der Hybris der späteren Moderne. Sein Denken führt den Menschen zur Demut und in die Anbetung Gottes.
Den Beginn der Neuzeit pflegt man mit dem Philosophen René Descartes (1596–1650) anzusetzen. Während «Gott» das Denken der mittelalterlichen academia beherrschte, rückte durch den Skeptizismus Descartes’ der «Mensch» in das Zentrum der wissenschaftlichen Bemühungen. Der Mann, der zwischen dem spekulativen Mittelalter und der neuzeitlichen Wissenschaft eine Brücke baute, war Nikolaus von Kues, der wohl bedeutendste christliche Philosoph des 15. Jahrhunderts.
Nikolaus wurde 1401 in Kues an der Mosel als Sohn einer bürgerlichen Familie geboren. Als Ältester dafür ausersehen, das Winzer- und Maklergeschäft seines Vaters weiterzuführen, entschied er sich aus Überzeugung für den Beruf eines Geistlichen. Schon früh erlernte er Latein, im Jahre 1416, also im Alter von fünfzehn Jahren, immatrikulierte er sich an der Universität Heidelberg, um dort die «Sieben freien Künste» (baccalaurus in artibus) zu erlernen und sich auf das Priesteramt vorzubereiten. Anschliessend studierte er in Padua Jurisprudenz, befasste sich aber zudem mit Mathematik, Astronomie, Physik und Medizin. Obwohl seit 1423 bereits einen Doktortitel innehabend und zum Lehren im Fach Kirchenrecht befugt, entschloss er sich für weiterführende theologische und philosophische Studien in Köln.
Lesen Sie den ganzen Artikel in factum 8/2010.
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