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Fällt der Euro ins Bodenlose?

(14. Februar 2010/fa.) – An der Wall Street wird zunehmend auf weiter sinkende Euro-Notierungen gewettet. Finanzexperten spekulieren bereits über den Euro-Ausstieg einzelner Staaten.

Über mangelnde Berühmtheit kann sich Dennis Gartman nicht beklagen: Der Hedgefonds-Manager, der mehrere Hundert Millionen Dollar an Kundengeldern verwaltet und den täglichen Newsletter "The Gartman Letter" herausgibt, wird derzeit als Dauerexperte ins Fernsehstudio des amerikanischen Börsensenders CNBC zitiert.

Die Meinung von Hedge-Fonds-Manager Gartman scheint sich immer mehr zu bewahrheiten: "Der Euro leidet an einer beinahe tödlichen Krankheit", befindet der Geldverwalter in der „Welt“. "Es handelt sich um einen ansteckenden Virus, der nicht mehr nur Irland, Portugal oder Spanien das Leben schwer macht, sondern bald auch mit Belgien oder Italien ein Land im Herzen Europas befallen kann.

Gartman hatte schon im Februar, als die Krise der gemeinsamen Währung der Europäischen Union über die Solvenzprobleme Griechenlands losbrach, gegen den Euro spekuliert und damit einen riesigen Gewinn gemacht.

Hinter vorgehaltener Hand spekulieren einige Investoren bereits, ob es nicht billiger für Deutschland wäre, wieder die D-Mark einzuführen, statt einen Bündnispartner nach dem anderen zu finanzieren.

Allerdings ist für den früheren Exportweltmeister die Krise auch nicht nur schlecht. Sollte der Euro wie im Sommer auf Talfahrt gehen, würden deutsche Waren im Ausland billiger. Einige Ökonomen meinen, dass nur ein Euro mit einer Parität von eins zu eins im Vergleich zum Dollar, den tief verschuldeten Ländern wie Griechenland oder Portugal eine Chance gäbe, im Exportsektor wieder wettbewerbsfähig zu werden, sodass sie ihre Schulden bezahlen könnten.

Manche Experten, die bereits beim Zahlungsausfall Argentiniens im Jahr 2001 richtig lagen, wetten sogar darauf, dass einige Länder die Europäische Währungsunion verlassen werden.

Pessimistisch für den Zusammenhalt zeigen sich beispielsweise der Vermögensverwalter Jonathan Binder, der Vorstandsvorsitzende Mohamed El-Erian von Pacific Investment Management und Vermögensverwalter Robert Koenigsberger. Binder wettet nun mit Kreditausfall-Swaps darauf, dass Griechenland, Portugal und Spanien umschulden und den Euroraum verlassen werden. - Wie weiter mit dem Euro? Politiker und Ökonomen rätseln. "Welt-Online" stellt die Frage, ob der Fortbestand des Euro gefährdet sei? Von 3613 Stimmen sagten 76 Prozent "ja".

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