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Saarland schliesst zwei christliche Schulen
(17. Januar 2011/tl.) Der Bildungsminister des Saarlandes, Klaus Kessler (Grüne) will am 24. Januar zwei christliche Schulen schliessen lassen. Schulleitung, Schüler und Elternvertreter reagierten „mit Entsetzen und Trauer“ auf die behördliche Massnahme.
Betroffen sind die Grundschule St. Arnual und die Erweiterte Realschule Herz Jesu des Don Bosco Schulvereins. Die Schüler der Realschul-Abschlussklasse müssen jetzt vier Wochen vor ihrer Abschlussprüfung die Schule wechseln. Die Schulen wollen gegen die Anordnung vorgehen.
Es handle sich ganz offensichtlich um eine politisch-ideologische Entscheidung, erklärt die Schulleitung. Dem saarländischen Bildungsminister seien die beiden Schulen der Piusbruderschaft bereits in seiner Zeit als Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ein Dorn im Auge gewesen.
So habe er von „Extremisten im Erziehungsbereich“ und von einer „Rohrstockpädagogik“ gesprochen. Der Leiter der Schule, Harald Messmer, erinnert daran, dass diese Vorwürfe sich bereits 2007 als Verleumdungskampagne erwiesen haben.
Dass die Entscheidung politisch motiviert ist, zeige auch die Tatsache, dass die zuständigen Aufsichtsbeamten im Bildungsministerium erst von der Schulleitung und aus den Medien von der beabsichtigen Schliessung der Schulen erfahren hatten. Sie seien „überrascht und erstaunt“ gewesen.
Franz Josef Maas, der stellvertretende Elternsprecher der Erweiterten Realschule, wies auf die besondere Qualität der Schule hin. Das Miteinander von Lehrern, Schülern und Eltern basiere auf ein einer einheitlichen Wertorientierung. Es gebe an der Schule keine Gewalt auf dem Schulhof, keinen Vandalismus und keine Diebstähle und keine Drogen. Auch seien die Klassen kleiner.
Konkrete Gründe für die Schulschliessung wurden nicht genannt. Der Vertreter des Don-Bosco-Schulvereins erklärte, dass hier versucht werde, „mit politischen Mitteln die Einrichtung einer christlichen Minderheit, die nicht in die Grüne Landschaft passt, auszulöschen“.
In einer Erklärung zu der Schulschliessung wies Johannes Adamski, Leiter der Grundschule St. Arnual, darauf hin, dass „in regelmässigen Abständen vor Ort Besuche durch Beamte der Schulaufsicht statgefunden hatten. Dabei sei ein ordnungsgemässer und zuverlässigen Schulbetrieb bestätigt worden. Auch eine aktuelle Anfrage bei der zuständigen Schulrätin habe keine Hinweise auf Unregelmässigkeiten ergeben.
Weiter heisst es in dieser Stellungnahme: „Diese leichtfertige und kurzfristige Schliessungsanordnung mitten im Schuljahr ist sowohl den Schülern als auch dem gesamten Personal gegenüber als unverantwortlich und inakzeptabel zu bezeichnen“.
Auch die Eltern dokumentierten ihr Unverständnis und ihren Protest gegen die Behördenanordnung in einem Offenen Brief an das Kultusministerium. Sie wiesen auch darauf hin, dass es nicht gelungen sei, mit dem Kultusministerium in einen konstruktiven Kontakt einzutreten. Ein Schreiben sei ohne Antwort geblieben. Die Eltern wiesen in ihrem Schreiben auf die überdurchschnittliche Qualität der Schulen hin. Die Lehrer würden über das im Lehrplan vorgesehene Mass hinaus, sowohl in der Wissensvermittlung als auch in der individuellen Förderung, den Kindern Hilfestellung zu einem organisierten und selbständigen Lernen geben.
An der Schule herrsche, so die Elternvertreter, ein „Klima des Respekts vor den Anderen“, welches auch die gegenseitige Rücksichtsnahme fördere und den Schwächeren helfe eine Position in der Klasse zu finden.
So sei es gelungen, Schüler, die an anderen Schulen durch Mobbing und Gewalt verletzt wurden, hier wieder zu integrieren. Die Eltern weisen in ihrem Brief auch auf das aussergewöhnlich grosse, den Unterricht ergänzende Angebot an der Schule hin. So gebe es ein breites musisches und kulturelles Angebot für die Schüler, darunter eine Theater AG, den Schulchor, den Grundschulchor und das Blasorchester. Viele Musikinstrumente würden auch im Einzelunterricht gelehrt, darunter Trompete, Klavier, Orgel, Akkordeon, Flöte und Gitarre.
Die Eltern weisen in dem Schreiben auch darauf hin, dass alle Schüler, die guten und die leistungsschwächeren oder selbst anfänglich problematische Schüler, nach Beendigung der Schule in ihren Ausbildungsbetrieben oder Arbeitsstellen sehr gute Rückmeldungen bezüglich der Arbeitsbereitschaft, der Zuverlässigkeit, der Achtung der Vorgesetzten und dem sozialen Umgang mit Kunden und Mitarbeitern erhalten haben.
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