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Gebet für Jemen-Geiseln in der Nikolai-Kirche

(18. Januar 2011/idea) – Rund 350 Menschen haben am 17. Januar am Friedensgebet in der Leipziger Nikolaikirche und einer anschliessenden Mahnwache für die im Jemen entführte christliche Familie aus der sächsischen Oberlausitz teilgenommen.

Seit die fünfköpfige Familie im Juni 2009 verschwunden ist, gibt es von den Eltern Sabine und Johannes Hentschel, ihrem Sohn Simon und einem zudem vermissten Briten kein Lebenszeichen. Die Töchter Lydia und Anna kamen im Mai vergangenen Jahres überraschend frei.

Die beiden deutschen Krankenschwestern Anita Grünwald (24) und Rita Stumpp (26) sowie die südkoreanische Lehrerin Um Young-Sun, die mit der Familie unterwegs waren, wurden kurz nach der Entführung erschossen aufgefunden.

Wie der Pfarrer der Nikolaikirche, Bernhard Stief, sagte, wolle man mit dem Friedensgebet zeigen, „dass uns dieser Entführungsfall nach wie vor bewegt“.

Pfarrer Christian Führer betonte in seiner Predigt zu den Versen 4 und 5 aus Psalm 126 („Herr bringe zurück unsere Gefangenen“), dass Christen die religiöse Gruppe seien, die weltweit am stärksten Verfolgung und Repressalien ausgesetzt sei. „Mögen die Entführer erkennen, dass Johannes und Sabine Botschafter der Liebe Christi sind, dass ihre Arbeit niemanden schadet, sondern nur Segen bringt“, sagte er. 

Die Eltern von Johannes, Gottfried und Ruth Hentschel, die mit weiteren Familienmitgliedern und dem Schwager an dem Gottesdienst teilnahmen, dankten für alle Fürbittgebete. „Wir merken, dass wir in dieser schweren Zeit nicht allein gelassen sind“, sagte Ruth Hentschel. „Obwohl wir seit 19 Monaten kein Lebenszeichen von unseren Lieben haben, so haben wir doch einen grossen und mächtigen Gott, der uns Trost, Kraft und Geduld für diese schwere Zeit gibt“, fügte Gottfried Hentschel hinzu. Die Kollekte, die in dem Gottesdienst gesammelt wurde, ging zur Hälfte an die Familie.

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