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Segeln statt flattern

(01. Februar 2011/rh.) – Auch kleine Zugvögel nutzen den Gleitflug, um Energie zu sparen.

Grosse Vögel wie Störche sparen auf ihrem Zug in die Sommer- und Winterquartiere Kraftreserven, indem sie während des Fluges auf thermischen Strömungen dahinsegeln. Wie machen das denn die kleineren Zugvögel – nutzen auch sie den Wechsel zwischen Flügelschlag und Gleitflug, um Kraft zu sparen?

Wissenschaftler der Ben-Gurion-Universität des Negev, der Universität Jerusalem und Martin Wikelski vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Radolfzell untersuchten erstmals den Energieverbrauch kleiner Zugvögel im Freiland. Sie fingen einige Exemplare des Europäischen Bienenfressers (Merops apiaster) in Israel und befestigten kleine Sender auf dem Rücken.

Mit den empfindlichen Geräten konnten sie jeden Flügelschlag, die Herzrate und die Fluggeschwindigkeit messen. Um den Energieaufwand bestimmen zu können, ermittelten die Forscher im Labor, dass die Herzschlagrate der Vögel ein Indikator für den Sauerstoffverbrauch ist und dass die gemessenen Werte Rückschlüsse auf den Energieverbrauch während des Fluges zulassen.

Die Messung der Herzraten, der Fluggeschwindigkeit und der Flugart ergaben, dass auch diese kleinen Vögel zeitweise im Gleitflug dahinsegeln. «Bei der Auswertung der Messergebnisse waren wir überrascht zu sehen, dass die Bienenfresser häufig zwischen Segelflug und Ruderflug wechselten und dass zudem die Herzschlagfrequenz während des Segelfluges nur halb so gross war», sagt Martin Wikelski. «Die Vögel benötigen beim Gleiten gleich wenig Energie wie im Ruhezustand auf einem Ast oder im Nest.»

Diese Flugtechnik stellt für kleine Zugvögel im Vergleich mit grösseren Arten sogar eine deutlich höhere Kraftersparnis dar. Dabei verloren sie während des Gleitens nicht an Geschwindigkeit. Die Bienenfresser sparten Kraft, ohne langsamer zu werden, und verbrauchten nur so viel Energie, als sässen sie bequem in ihrem Nest. Das Ergebnis dieser Studie beantwortet nicht nur die Frage, ob auch kleine Zugvögel während ihrer langen Reise segeln oder gleiten können: Man weiss jetzt auch, dass sie dabei gleich schnell sind und weniger Kraftreserven aufbrauchen.

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