Pakistan: Christlicher Politiker ermordet
Am 2. März wurde der einzige Christ in der pakistanischen Regierung auf offener Strasse ermordet.
(02. März 2011/fa./idea) – Die Verfolgung der christlichen Minderheit in Pakistan hat einen traurigen Höhepunkt erreicht. Nach Polizeiangaben schossen am Morgen drei Männer auf den Minister für religiöse Minderheiten, Shahbaz Bhatti, als er in seinem Dienstwagen auf dem Weg zur Arbeit war.
Die Täter hätten zunächst den Fahrer und die Nichte des Ministers aus dem Auto gezerrt und dann auf den Wagen gefeuert. Der Katholik, der laut Polizei von zehn Kugeln getroffen wurde, starb auf dem Weg ins Krankenhaus.
Zu dem Mord bekannte sich eine Gruppe der radikal-islamischen Taliban aus der Provinz Punjab. Bhatti hatte eine Änderung des Blasphemiegesetzes gefordert und deshalb Morddrohungen erhalten. Es sieht die Todesstrafe für jeden vor, der den Propheten Mohammed beleidigt.
Bhatti hatte kritisiert, dass das Gesetz missbraucht werde, „um persönliche Rechnungen zu begleichen“. In Interviews hatte der Politiker zu den Todesdrohungen erklärt, er sei notfalls bereit, für seine Haltung zu sterben.
Seit Inkrafttreten des Blasphemiegesetzes 1991 wurden über 650 Christen wegen eines oft unbegründeten Verdachts angeklagt. Zur Vollstreckung von Todesurteilen kam es bisher aber nicht.
Auch die Schweizer Regierung soll jetzt reagieren. Das fordern die Schweizerische Evangelische Allianz (SEA) und die SEA-Arbeitsgemeinschaft Religionsfreiheit (AGR). Sie seien tief bestürzt über die Ermordung von Shabhaz Bhatti.
Mit ihm habe das pakistanische Volk einen mutigen Minister verloren, der sich nicht habe einschüchtern lassen. Trotz Drohungen von Terroristen und Islamisten habe Bhatti sich für Religionsfreiheit und für die verfolgten Christen und andere Minderheiten eingesesetzt.
Er glaube an Jesus Christus, der für die Menschen gelitten habe und am Kreuz gestorben sei. So sei auch er bereit, für den Gott, an den er glaube, zu sterben. Egal, was passiere - er rechne immer mit der Gnade Gottes. Dies sagte Bhatti in Vorahnung der Ereignisse in einem vor etwa vier Monaten aufgenommenen Video, das die britische Nachrichtenagentur BBC erhalten hatte.
Der internationale Präsident von "Christian Solidarity International (CSI), Herbert Meier, nannte das Attentat "einen unersetzlichen Verlust für die Christen in Pakistan". "Der Mord an Minister Shahbaz Bhatti in Islamabad hat die ohnehin in Angst lebende Christenheit in Pakistan ihres wichtigsten Fürsprechers beraubt", sagte Meier.
Der Anschlag auf Bhatti folgt weniger als zwei Monate nach dem Mord an Salman Taseer, dem Gouverneur der Provinz Punjab. Der Muslim hatte sich gegen den Missbrauch der Blasphemie-Gesetze und für die Freilassung der seit Juni 2009 inhaftierten Christin Asia Bibi ausgesprochen, die letztes Jahr wegen "Beleidigung des Propheten Mohammed" zum Tod verurteilt worden war.
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