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Ägypten: Militär schiesst auf Christen
(03. März 2010/fa.) – In Ägypten kam es zu mehreren Übergriffen gegen Christen. Sieben Menschen wurden durch Schüsse verletzt, eine Kirche wurde angegriffen, eine weitere geplündert und geschändet.
Das berichtet das Hilfswerk Open Doors. In Wadi Al-Natroum etwa 110 Kilometer nördlich von der Hauptstadt Kairo verletzten Soldaten einen Mönch und sechs Bauarbeiter durch Schüsse. Armeeangehörige wollten eine Mauer zur Kontrolle des Eingangs zum koptischen Kloster Anba-Bishoy zerstören. Mönche hatten sie unmittelbar zuvor zum Schutz vor Räubern erbaut. Nach einem kurzen Wortwechsel mit den Geistlichen und Arbeitern vor der Klostermauer eröffneten die Soldaten das Feuer auf die Menge.
Wie Augenzeugen berichteten, war das Militär mit gepanzerten Truppentransportern angerückt, um die Mauer niederzuwalzen. Die Mönche hätten darauf zunächst mit gesungenen Gebeten geantwortet. Einer der Anwesenden, der anonym bleiben möchte, sagte, die Szene habe "einem Kriegsgebiet" geähnelt. Dass niemand zu Tode gekommen sei, gleiche einem Wunder. Die Verletzten liegen noch in einem Krankenhaus in Kairo. Militärposten verhindern jeglichen Kontakt zu den Opfern.
In Ägypten hofften viele Christen, dass sich ihre Situation nach dem Sturz Mubaraks verbessert. Ägypten ist, wie auch die anderen muslimischen Länder, ein Land der Christenverfolgung. Auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors steht Ägypten auf Platz 19. Die Liste zeigt an, wo Christen am meisten verfolgt werden.
Da sich während der Umsturzproteste in Ägypten Armee und Sicherheitskräfte überwiegend in der Hauptstadt Kairo befanden, befürchteten Verantwortliche des Anba-Bishoy-Klosters, von Räubern oder aus Gefängnissen entkommenen Kriminellen überfallen zu werden. Ein Ersuchen um Schutz lehnte das Militär ab und wies dabei die Mönche an, sich selbst zu helfen. Diese errichteten darauf hin eine Schutzmauer mit einem Eisentor.
Später monierte die Armee, die erforderliche Baugenehmigung habe nicht vorgelegen und setzte eine Frist für den Abriss der Mauer. Nachdem die Mönche sich weigerten, ging die Armee gegen sie vor. Obwohl ein Video das harsche Vorgehen belegt, bestreitet die Armee den Angriff.
Zu einem ähnlichen Vorfall kam es am 28. Februar bei dem Anba-Makarious-Al-Sakandarie-Kloster in Al Fayoum, etwa 130 Kilometer südwestlich von Kairo. Auch hier hatte man eine Schutzmauer um das Anwesen errichtet, die von Soldaten niedergerissen wurde.
Zur Begründung hiess es, die Mauer hätte sich auf dem Gelände eines Naturreservates befunden. Muslime bewarfen am 17. Februar Die St.-Georgs-Kirche in El-Hathata bei Minya Muslime mit Steinen. Auslöser waren Baumassnahmen an dem Kirchengebäude. "Es war beängstigend", erzählte Hany Malak von der Gemeindeleitung. "Wer sich in der Kirche aufhielt, konnte nicht hinaus. Alle hatten Angst und versuchten, sich zu verstecken".
Nach dem Rücktritt Mubaraks hatte die Gemeinde sich um eine Genehmigung für die Errichtung eines Daches bemüht. Dorfälteste und der Bürgermeister stimmten der Baumassnahme zu. Doch als die Stützbalken für das Dach aufgestellt wurden, griff eine Gruppe Muslime an.
Auch in der Nachbarschaft der Kirche kam es zu Handgreiflichkeiten. In Begleitung von Polizisten gelang es dem Bürgermeister, den Mob vor der Kirche aufzulösen. Fünf Tage vor dem Angriff auf die St. George-Kirche in El-Hathatah plünderten Bewaffnete die Jungfrau-Maria-Kirche in El-Arish im Norden der Sinai-Halbinsel. Die Täter konnten entkommen.
Unklar ist, ob mit dem Einbruch Christen eingeschüchtert werden sollten. In einer Kirche in Rafah legten Unbekannte Feuer. Es entstand ein geringer Sachschaden. Ein grosses Kreuz wurde aus der Kirche gestohlen
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