Hilfe für Japan
(17. März 2011/idea) – Mit grosser Hilfsbereitschaft reagieren Kirchen, Hilfs- und Missionswerke auf die schlimmste Katastrophe in Japan seit dem Zweiten Weltkrieg.
Durch das stärkste Erdbeben in der Geschichte des Landes und die anschliessende Flutwelle wurden nach den neuesten offiziellen Zahlen rund 4.200 Menschen getötet. Es wird aber befürchtet, dass weit mehr als 10.000 Personen ums Leben kamen. Hunderttausende verloren ihr Obdach.
Aufgrund der ausgetretenen Radioaktivität im Atomkraftwerk Fukushima mussten über 550.000 Menschen die Region verlassen.
Die Stiftung Marburger Mission bietet Japanern, die aufgrund der katastrophalen Lage ihr Land vorübergehend verlassen wollen, eine Aufnahme in Deutschland an. Man habe bereits erste Schritte in die Wege geleitet, um Betroffene im Raum Marburg unterzubringen. So stehe ein Haus mit mehreren Wohnungen zur Verfügung. Missionsleiter Rainer Becker geht davon aus, dass die Zahl der Aufgenommen „bei unter 50“ bleiben wird.
Die Bereitschaft zu helfen sei „riesengross“. Freunde der Mission von Berlin bis zum Allgäu hätten für die Aktion Wohnungen angeboten. Derzeit werde mit der Bundesregierung verhandelt, dass japanische Hilfesuchende unbürokratisch einreisen könnten. Das Missionswerk habe ausserdem in seinen Einrichtungen im Raum Kobe 18 Kinder mit Begleitpersonen aufgenommen.
Fünf der neun Mitarbeiter des Werkes wollen in Japan bleiben und helfen. Zwei Missionarsfamilien mit Kindern werden vorübergehend nach Deutschland zurückkehren.
Die Liebenzeller Mission (Bad Liebenzell) teilte auf Anfrage mit, dass 16 Frauen und Kinder von Mitarbeitern sowie jüngere Mitarbeiterinnen aus Japan in Deutschland eingetroffen sind. Das Missionswerk werde über drei einheimische evangelikale Partnerorganisationen Hilfe leisten.
Das christlich-humanitäre Hilfswerk World Vision brachte von Tokio aus Hilfslieferungen für etwa 6.000 Menschen in der schwer zugänglichen Region Tome auf den Weg. Die Organisation plant, Betreuungszentren für Kinder einzurichten, in denen sie ihre traumatischen Erfahrungen mit Hilfe geschulten Personals verarbeiten können. „Es gibt immer noch Kinder, die nicht wissen, ob ihre Eltern die Katastrophe überlebt haben“, so die Pressesprecherin von World Vision Deutschland, Silvia Holten (Friedrichsdorf bei Frankfurt am Main).
Die internationale christliche Hilfsorganisation Samaritan’s Purse (Geldbeutel des Samariters) teilte mit, dass am 18. März eine Frachtmaschine 90 Tonnen Hilfsgüter nach Japan bringen wird. Am Morgen des 16. März sei ein 14-köpfiges Hilfsteam in Richtung der durch den Tsunami zerstörten Stadt Sendai aufgebrochen, um dort erste Hilfsgüter zu verteilen. Samaritans´s Purse wird von Franklin Graham geleitet. Partner des Werkes in Deutschland ist „Geschenke der Hoffnung“, das die Hilfsmassnahmen in Japan mit Spenden unterstützt. Die japanische Heilsarmee hat drei Teams mit Katastrophenhelfern im Einsatz. Eine Gruppe hilft Menschen, die wegen der Strahlenbelastung durch beschädigte Kernkraftwerke evakuiert werden müssen. Das Internationale Hauptquartier der Heilsarmee hat einen Katastrophenhilfsdienst nach Japan geschickt, um die Arbeit vor Ort zu unterstützen.
Das evangelisch-methodistische Frauenwerk in Tokio nahm in seinem Wesley-Zentrum Hilfesuchende auf, die nach der Katastrophe kein Dach mehr über dem Kopf haben.
Der Arbeitszweig Weltmission der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland stellte als Nothilfe aus seinem Katastrophenfonds 10.000 Euro zur Verfügung.
Die Vereinte Evangelische Mission (Wuppertal) und die Landeskirchen Rheinland und Westfalen gewähren den evangelischen Kirchen in Japan 30.000 Euro als Soforthilfe.
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