Gefährliches Spiel: Facebook-Aufruf zu 3. Intifada
(28. März 2011/rh.) – Im Netzwerk facebook wird zur dritten Intifada und zu Übernahme Israels durch die arabische Welt aufgerufen.
Die hauptsächlich auf Arabisch verfasste Seite in facebook ruft zur 3. Intifada, zum Kampf gegen Israel, auf. Die Besucherzahl auf der Seite wächst rasant. Die Zahl derjenigen, die ein „Gefällt mir!“ anklickten liegt bereits bei rund 340000. Auch auf YouTube und Twitter wird zur Intifada aufgerufen. Unter einer geballten Faust in den Farben der Palästinenserflagge heisst es: "Palästina wird befreit und wir werden es befreien."
Die Einwohner der umliegenden arabischen Staaten werden aufgerufen, am 15. Mai in Richtung Palästina zu marschieren und es zu befreien. An diesem sogenannten "Nakba-Tag" erinnern die Palästinenser an Flucht und Vertreibung nach der israelischen Staatsgründung 1948.
Nach den Aufständen in Tunesien, Ägypten und Libyen sei es nun auch an der Zeit für einen Aufstand in Palästina, heisst es auf der Facebook-Seite. Bis Mai wollen die Initiatoren mit dem Aufruf über Facebook und Twitter Millionen Menschen erreichen.
Die Lage in Israel ist sowieso schon angespannt. In Israel wurden allein in diesem Monat fünf Menschen (darunter ein 3 Monate altes Baby) im Schlaf in ihrem Haus brutal umgebracht. Eine Bombe detonierte neben einem Bus in Jerusalem, wobei eine Person starb und 50 Personen verletzt wurden. Hinzu kommt, dass Israel ein Schiff abgefangen hat, welches mit 50 Tonnen High-Tech-Waffen und fortgeschrittenen Raketen beladen war, das auf dem Weg nach Gaza war. Auch massiver Kassambeschuss vom Gaza-Sreifen nach Israel ist in der letzten Zeit zu beobachten.
Solche Aufrufe zu Gewalt über Facebook sind in jedem Fall verwerflich und zu stoppen. Facebook-Benutzer können den Betreibern solche Seiten melden, wobei sich facebook vorbehält, ob sie die Seite weiterbetreibt oder löscht.
Aber um Druck auf Facebook auszuüben, steht am Ende der Intifada-Seite eine Warnung in englischer Sprache: "Wenn Facebook diese Seite blockiert, werden alle Muslime Facebook für immer boykottieren!"
Und tatsächlich wollen die Betreiber von Facebook die Seite "Dritte palästinensische Intifada" nicht vom Netz nehmen. Wie die Tageszeitung "Jerusalem Post" berichtet, sollen Kommentare entfernt werden, die zu Gewalt aufrufen. Facebook habe sich zudem an den Administrator der Seite gewandt und diesen aufgefordert, den Inhalt besser zu überwachen.
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