Peking: Festnahmen bei Ostergottesdienst
(26. April 2011/idea) - In Peking sind am
Ostersonntag Dutzende Christen festgenommen worden. Die meisten von ihnen
befanden sich am Abend noch in Polizeigewahrsam. Betroffen waren Mitglieder der
staatlich nicht anerkannten Shouwang-Gemeinde, die sich zum Gebet im Freien in
der Nähe des Pekinger Universitätsbezirks versammeln wollten.
Während sie von
Sicherheitskräften in Busse verfrachtet wurden, sangen die Christen
Kirchenlieder. Die Shouwang-Gemeinde kann ihre bisherigen Gemeinderäumlichkeiten
nach einem staatlichen Verbot nicht mehr nutzen. Bereits am 10. und am 17.
April hatten Sicherheitskräfte einen Gottesdienst von Gemeindemitgliedern im
Freien gewaltsam verhindert; mehrere Pastoren der Gemeinde stehen unter
Hausarrest.
Von den bis zu 130 Millionen Christen
in der Volksrepublik versammeln sich die meisten in staatlich nicht anerkannten
Hausgemeinden, weil sie sich nicht der Kontrolle des kommunistischen Regimes
unterwerfen wollen.
„Der Staat fürchtet den grossen Zulauf, den die Hauskirchen
haben, und dass das eines Tages die politische Macht bedrohen könnte“, sagte
Zhang Mingxuan, Pastor und Präsident der chinesischen Hauskirchen-Allianz, der
ARD. „Dabei wollen wir als echte Christen doch gar keinen Umsturz. Wir wünschen
uns, dass mehr Menschen den Weg zu Jesus finden, wir wollen, dass sich das Land
gut entwickelt.“
Bereits im vergangenen Jahr sei die Lage sehr angespannt
gewesen, sagte Zhang weiter. In Henan seien Christen zu Arbeitslager verurteilt
worden und es habe Festnahmen von Christen in Sichuan, in der Inneren Mongolei
und in Xinjiang gegeben. Er selbst habe keine Angst, Gott sei an seiner Seite,
sagte Zhang dem deutschen Sender. Nach Medienberichten wurde auch er am 23.
April festgenommen.
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