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Falschprophetie: Camping ist „perplex“

(24. Mai 2010/idea/fa.) – Er sei „perplex“. So äusserte sich der US-Prediger Harold Camping (Oakland/Kalifornien), nachdem seine Vorhersage über die Entrückung nicht eingetroffen ist.

Der 21. Mai verging wie alle Tage zuvor und die Atheisten und Religionskritiker krümmten sich vor Häme.Der 89-jährige Präsident des weltweit tätigen christlichen Hörfunksenders Family Radio (Familienradio), Harold Camping, ist nach Angaben seiner Frau „bestürzt“ und „etwas verwirrt“, dass seine Kalkulation der Entrückung aufgrund von Bibelstellen offensichtlich nicht stimmte.

Viele seiner Anhänger hatten viel Geld eingesetzt, um die Menschheit zu warnen. Unterdessen haben evangelikale Theologen in den USA gefordert, Camping solle für seine falsche Prophetie Busse tun. Dazu gehören führende Vertreter der mit mehr als 16 Millionen Mitgliedern grössten protestantischen Kirche in den USA, des Bundes der Südlichen Baptisten. Der Leiter ihres Forschungszentrums LifeWay (Nashville/Bundesstaat Tennessee), Ed Stetzer, legte Camping nahe, sich öffentlich dafür zu entschuldigen, dass er viele Menschen in die Irre geführt habe.

Albert Mohler (Louisville/Bundesstaat Kentucky) - Präsident des Theologischen Seminars der Südlichen Baptisten – ist nicht überrascht, dass Campings Vorhersage ausgeblieben ist. Menschliche Berechnungen des Termins der Wiederkunft Jesu müssten ins Leere laufen. Gleichgültig gegenüber dem Jüngsten Tag, der jederzeit eintreten könne, dürfe man deshalb aber nicht werden.

Der Evangelist Will Graham – ein Enkel von Billy Graham – sagte, Camping habe insofern recht, als der Jüngste Tag tatsächlich bevorstehe. „Wir wissen nur nicht wann“, sagte er der Internet-Zeitung Christian Post. Rick Warren, Bestellerautor und Pastor der Saddleback-Gemeinde in Lake Forest (Kalifornien), teilte mit: „Keine Angst. Die Welt ging nicht unter. Siehe Markus 13,32.“ In diesem Bibelvers steht über die Wiederkunft Jesu: „Von dem Tage aber und der Stunde weiss niemand, auch die Engel im Himmel nicht, auch der Sohn nicht, sondern allein der Vater.“

Während Harold Camping sich bezüglich der ausgebliebenen Entrückung am 21. Mai herausredet mit Sätzen wie "wenn jemand möchte, dass ich mich entschuldige, dann entschuldige ich mich" und er sei "kein Genie" und bete jeden Tag um Weisheit, hält er gleichzeitig fest am ebenfalls bereits festgesetzten Tag für den Weltuntergang: dieser sei am 31. Oktober 2011. Das meldet die "New York Times". Camping scheint wirklich nichts kapiert zu haben. 

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