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Antworten auf «Love wins»

12. Oktober 2011/rh.) - Rob Bells diffuse Rhetorik ruft nach Reaktionen. Jetzt sind sie da. Besonders bemerkenswert sind die Arbeiten von Mark Galli und Francis Chan.

Rob Bells Buch «Love wins» (dt. «Das letzte Wort hat die Liebe») löste in den USA eine landesweite Diskussion aus über Hölle, Himmel und die Bestimmung des Menschen. Allerdings sorgt Bells Rhetorik anstatt für Klärung für Verwirrung. Wichtige Fragen lässt er weg. Am Ende liebäugelt er mit dem Gedanken, dass alle Menschen gerettet werden und die Hölle deshalb nicht im Jenseits, sondern hier auf der Erde gedacht sei.

Bücher, die auf Rob Bells massenmedial breit vermarkteten Titel antworten, lies­sen nicht lange auf sich warten. Eines stammt von Mark Galli. Mit seinem Titel «God wins» will Galli aufzeigen, dass Bells Überlegungen zu kurz greifen und die Botschaft des Evangeliums die viel bessere Nachricht für die Welt ist. Gallis Buch enthält eine Anleitung zum Gruppengespräch über alle themenrelevanten Bibelstellen.

Ein weiteres Buch, das inmitten der Diskussion um Rob Bells Thesen erschien, ist von Francis Chan. «Erasing Hell» ist ein Weckruf. Der Autor warnt davor, das Evangelium zu kompromittieren. Chan unterstreicht, dass Menschen, die das Gnadengeschenk der Erlösung durch Jesus Christus von sich weisen, das erhalten, was wir alle verdienen – die schreckliche Trennung vom ewigen Gott. Die Hölle sei kein primitiver Mythos, kein Überbleibsel einer konservativen Tradition. Nach viel Gebet (Chan wörtlich: «Wir müssen über dieses Thema weinen, beten und fasten.») sei er überzeugt, dass wir die Hölle nicht aus unserer Botschaft entfernen können.

J. Lee Grady, Redakteur beim Magazin «Charisma», hat Chans Buch genau gelesen und fasst dessen Überzeugung in vier Punkten zusammen:

• Die Hölle ist real. Aufgrund der Aussagen Jesu, der häufiger über die Hölle gesprochen hat, als irgend sonst jemand in der Bibel, schreibt Chan: «Die Hölle ist nicht zu verstehen als unterschiedliche ‹Höllen auf Erden›, mit denen wir täglich konfrontiert werden. Sie ist ein schrecklicher Ort des Gerichts, wo Menschen für ihre Sünden bestraft werden.»

• Die Hölle ist endgültig. Zitat Chan: «Es gibt keinen einzigen Abschnitt in der Bibel, der beschreibt, darauf hindeutet, Hoffnung macht oder vermuten lässt, das jemand, der in seinem Leben nicht Jesus nachgefolgt ist und stirbt, eine Möglichkeit bekommen wird, dies nach dem Tod zu tun.»

• Die Hölle ist gerecht. Menschen, welche die Lehre von der Hölle bezweifeln, fragen häufig: «Wie kann ein Gott der Liebe irgend jemanden zur Bestrafung ins ewige Feuer schicken?» Chan bezeichnet diese Frage als Ausdruck von Stolz und Selbstbezogenheit. Wir könnten Gott, oder seine perfekte Liebe, nicht aus rein menschlicher Perspektive definieren. Vielmehr sollten wir uns vor Gott beugen und das Leben aus der Sicht seiner Gerechtigkeit und Heiligkeit aus definieren. Chan merkt an, dass der Apostel Paulus mehr Bezüge zum Ergehen böser Menschen mache als zur Vergebung Gottes, zu Gnade und Himmel zusammen. Wenn jemand die Hölle als «ungerecht» bezeichne, dann betrachte er sie nicht aus der Sicht Gottes.

• Die Hölle ist vermeidbar. Anders als Rob Bell, der offen lässt, dass Gott am Ende jeden Menschen rettet, unabhängig davon, wie er gelebt und was er geglaubt hat, sagt Francis Chan, dass das Evangelium keine Gute Nachricht wäre, es sei denn, die Hölle existiere und Sünder könnten ihr entrinnen. «So wie die Hölle eine lähmende Doktrin sein kann, so kann sie auch eine kraftvolle sein, und zwar deshalb, weil sie die Schönheit des Kreuzes gross macht.»

J. Lee Gradys Fazit: «Die Hölle ist keine populäre Lehre. Menschen rufen nicht, tanzen nicht und schwenken keine Taschentücher, wenn wir über die Hölle predigen. Sie stehen nicht Schlange für Konferenzen über dieses Thema. Predigten über die Hölle bewirken keine guten Gefühle.» Dann stellt Grady die Gewissensfrage: «Sind Sie sich ständig bewusst, dass Menschen in Ihrer Nähe zur Hölle fahren? Oder haben Sie sich verkauft an die trendigen Philosophien von Predigern, welche die Hölle in Frage stellen und keine Kraft haben, Menschen daraus zu befreien?» Mit Blick auf Chans Buch meint er, er sei dankbar, dass Francis Chan «Gnade und Mut» hatte, zur biblischen Wahrheit zurückzuführen.

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