Evangelikale haben Hoffnung für Europa
(20. Oktober 2011/idea) – Hoffnungszeichen für einen geistlichen Aufbruch in Europa sieht der Generalsekretär der Europäischen Evangelischen Allianz (EEA), der Niederländer Niek M. Tramper.
Die Generalversammlung der Europäischen Evangelischen Allianz in Bad Liebenzell steht unter dem Motto „Den Herrn lieben in einem säkularen Zeitalter“. Daran nehmen 140 Delegierte von rund 30 nationalen Allianzen teil.
Wie EEA-Generalsekretär Niek M. Tramper meinte, steckten zwar viele Länder finanziell, moralisch und geistlich in einer Krise. „Aber ich habe trotzdem Hoffnung für Europa. Wie frühere Jahrhunderte gezeigt haben, kommt es nach Krisen immer wieder zu einer Erneuerung der Gesellschaft und geistlichen Erweckungen.“
Tramper nannte mehrere Hoffnungszeichen: Dazu gehörten die Erneuerungsbewegungen in den traditionellen Kirchen. Gemeinsam sei diesen Initiativen, dass die Besinnung auf die biblische Botschaft im Zentrum stehe. Hoffnung machen laut Tramper auch internationale christliche Gemeinden, in denen sich Einheimische und Zugewanderte versammeln: „Sie sind die am stärksten wachsenden Kirchen in Grossstädten.“ Zuversicht gibt dem EEA-Generalsekretär auch die Gemeindegründungsbewegung. Inzwischen gebe es in Europa mehr als 20 Netzwerke, die sich mit dieser Aufgabe befassten. In allen Grossstädten Westeuropas komme es zu Gemeindegründungen.
Laut Tramper nehmen an der Generalversammlung keine Vertreter der Griechischen Evangelischen Allianz teil. Sie hätten wegen der schweren Finanzkrise ihres Landes „auf ihrem Posten“ bleiben wollen, um ihren Landsleuten beizustehen. Man werde auf der Tagung auch für Griechenland beten: „Wir zeigen damit den dortigen Menschen, dass sie nicht alleine sind.“ Nach Angaben Trampers gehören 36 nationale Allianzen zur EEA. Sie repräsentierten rund 15 Millionen Evangelikale.
Zur EEA gehören auch fünf Evangelische Allianzen in Zentralasien. Vier haben Delegierte entsandt: Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan und Turkmenistan. In diesen Ländern ist die Religionsfreiheit der Christen stark eingeschränkt. Eine turkmenische Teilnehmerin sagte: „Wir müssen in unserem Land sehr vorsichtig sein, was wir sagen, weil wir immer den Atem der Verfolgung spüren.“
Der Generalsekretär der Kasachischen Evangelischen Allianz, Pastor Ahaman Egizbaev (Almaty), berichtete, dass Staatspräsident Nursultan Nasarbajew am 13. Oktober ein verschärftes Religionsgesetz unterzeichnet hat. Alle religiösen Gruppen müssten sich neu registrieren lassen. Dazu brauche eine Gemeinde mindestens 50 Mitglieder statt bisher 10, sagte Egizbaev. Dies erschwere die Arbeit kleiner evangelischer Kirchen. Sie würden von der Regierung als Sekten betrachtet. „Wir brauchen deshalb die Unterstützung der Europäischen und der Weltweiten Evangelischen Allianz“, so der Pastor.
Er berichtete ferner, dass am 14. Oktober die erste komplette Bibel in kasachischer Sprache erschienen ist. Die 38.000 Exemplare seien in Japan gedruckt worden. Laut Egizbaev gehören zur kasachischen Allianz rund 250 Gemeinden mit etwa 15.000 Mitgliedern.
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