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Hilfswerke fordern Aufnahme irakischer Flüchtlinge

(26. Oktober 2011/idea) – Deutschland soll erneut 2.500 christliche Flüchtlinge aus dem Irak aufnehmen. Das fordern 21 Hilfsorganisationen und kirchliche Werke, die vom 23. bis 26. Oktober in Schwäbisch Gmünd einen Kongress über verfolgte Christen durchführen.

Bereits 2009 habe Deutschland einen wichtigen Schritt getan, als es 2.500 Flüchtlinge aufnahm, ihnen eine menschenwürdige Zukunft ermöglichte und dadurch die Auffanglager im Nahen Osten entlastete, so steht es in der Resolution.

Im Eröffnungsvortrag zum Kongress hatte sich der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, für die Aufnahme von weiteren 2.000 bis 3.000 christlichen Flüchtlingen aus dem Irak ausgesprochen.

Der Generalsekretär der Weltweiten Evangelischen Allianz, Geoff Tunnicliffe (New York), begrüsste die Forderung der Hilfswerke. Es sei ein „gutes Zeichen“, dass sich Christen über Konfessionsgrenzen hinweg für Verfolgte einsetzen. Er appellierte an die Politik, mit internationalen Lösungen die Not der Flüchtlinge zu lindern.

Nach Angaben des aussenpolitischen Beraters der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jan Bittner (Berlin), befinden sich derzeit rund 25.000 irakische Christen in Nachbarländern, vor allem in Syrien, Jordanien und dem Libanon. Dort hätten sie allerdings keine Zukunft, sagte Bittner unter Berufung auf UN-Experten.

Seit dem Einmarsch der USA und ihrer Verbündeten vor acht Jahren in den Irak und dem anschliessenden Sturz des Herrschers Saddam Hussein habe die Gewalt extremistischer Muslime gegen Christen dramatisch zugenommen. Ihr Ziel sei, den Irak von Christen zu säubern. Dazu würden Kirchen zerstört sowie Geistliche und Gemeindeleiter entführt und ermordet. Als Folge habe eine Fluchtwelle in das nordirakische Kurdengebiet, wo Christen vor Übergriffen geschützt seien, und ins Ausland eingesetzt.

Die Zahl der irakischen Kirchenmitglieder sei von 1,3 Millionen auf weniger als 300.000 zurückgegangen. Aufgrund des öffentlichen Drucks habe Deutschland vor zwei Jahren 2.500 irakische Flüchtlinge aufgenommen, von denen die meisten Christen waren, so Bittner.

In einer weiteren Resolution fordern die Kongressteilnehmer „Religionsfreiheit im Arabischen Frühling“. Das Recht jedes Menschen, seinen Glauben zu bekennen, zu praktizieren und zu wechseln, sei die entscheidende Grundlage für nachhaltige Veränderungen und stabile Demokratien.

Bei den derzeitigen Umbrüchen müsse ein besonderes Augenmerk auf den Schutz ethnischer und religiöser Minderheiten gelegt werden. Allerdings habe es den Anschein, „als ob nur wenigen Akteuren bewusst ist, dass die mangelnde Religionsfreiheit eines der deutlichsten Kennzeichen fehlender Freiheit ist“.

Die Resolution soll Kirchenleiter, Politiker, Wirtschaftsführer und Verantwortliche von Hilfswerken ermutigen, bei ihren Kontakten in den Nahen Osten und nach Nordafrika auf die Bedeutung der Religionsfreiheit hinzuweisen. Sie soll zusammen mit einer Palme als einprägsamem Symbol für den arabischen Frühling in den nächsten Wochen den Führungskräften persönlich überreicht werden.

Veranstaltet wurde der Kongress "Christenverfolgung heute - Gedenket der Märtyrer" vom Christlichen Gästezentrum Württemberg "Schönblick" und der Evangelischen Nachrichtenagentur idea in Zusammenarbeit mit 20 Organisationen, die sich um verfolgte Christen kümmern.

 



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