|
Jahrbuch Märtyrer 2011 erschienen
(14. November 2011/fa.) - Droht die arabische Welt zu einer christenfreien Zone zu werden? Aufgrund von Diskriminierungen durch radikale Muslime verlassen immer mehr Angehörige christlicher Minderheiten den Nahen und Mittleren Osten. Darüber wird im Jahrbuch zur Christenverfolgung «Märtyrer 2011» informiert.
Die «Entchristlichung» der arabischen Welt sei «die derzeit quantitativ schwerwiegendste Verletzung der Religionsfreiheit weltweit» und habe in den letzten Jahren einen «dramatischen Höhepunkt» erreicht, schreibt der Sprecher für Menschenrechte der Weltweiten Evangelischen Allianz, Prof. Thomas Schirrmacher (Bonn).
«Während die meisten arabischen Landstriche bereits frei von Juden sind, zeichnet sich für die viel zahlreicheren Christen der Region eine ähnliche Entwicklung ab.» Die Umstürze in mehreren arabischen Ländern führten nicht automatisch dazu, dass religiöse Minderheiten besser behandelt würden. So unternehme die Übergangsregierung in Ägypten oft noch weniger, um islamistische Gewalt gegen Kirchen einzudämmen, als der zuvor herrschende Staatspräsident Husni Mubarak. «De facto werden heute in Ägypten mehr Kirchen angezündet, mehr Christen getötet, mehr christliche Mädchen entführt und mit Muslimen zwangsverheiratet als in früheren Jahren», so Schirrmacher. Es sei ein Irrtum islamischer Länder zu meinen, dass zu grosse Religionsfreiheit Unruhe und Gewalt hervorbringe. Der Zwang zu einer einheitlichen Religion schaffe nicht Frieden und Ruhe im Land, sondern sorge für ständige Spannungen der Mehrheitsbevölkerung mit ethnischen, sozialen oder religiösen Minderheiten.
Zu den Autoren des Jahrbuchs gehört der Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU im Deutschen Bundestag, Volker Kauder. Nach seinen Worten beinhaltet die freie Religionsausübung auch die Freiheit, den eigenen Glauben weitergeben zu dürfen. «Unsere wertegeleitete Aussenpolitik muss dafür eintreten, dass das friedliche Werben für die eigene Religion auch in der muslimischen Welt als Recht anerkannt wird», schreibt der Politiker. Auch ein Religionswechsel müsse möglich sein. Bei beiden Themen – dem Werben für den eigenen Glauben und dem Wechsel der Religion – erwartet Kauder einen Beitrag der in Deutschland lebenden Muslime: «Sie haben in unserem Land Religionsfreiheit kennengelernt. Gerade weil sie in unserem Staat ihren Glauben frei leben können, haben sie eine Verantwortung, in ihren Herkunftsländern für Veränderungen zu werben.»
Von den zehn Staaten, die laut dem Weltverfolgungsindex von Open Doors Christen am meisten drangsalieren, sind acht islamisch geprägt. Diese Länder belegen die Ränge zwei bis neun: Iran, Afghanistan, Saudi-Arabien, Somalia, Malediven, Jemen, Irak und Usbekistan. Schlimmster Christenverfolger ist demnach das kommunistisch regierte Nordkorea. Gläubigen, die sich dort im Untergrund versammelten, drohten Gefängnis, Arbeitslager oder die Hinrichtung, heisst es im Jahrbuch.
Herausgeber des Jahrbuchs zur Christenverfolgung sind im Auftrag von idea die Arbeitskreise für Religionsfreiheit der Evangelischen Allianzen in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM).
zurück
|
|
 |
© FACTUM ONLINE 2011 Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit
Genehmigung der Redaktion. |
 |
|
|
|
|
|
 |
 |