Mahnwachen für iranischen Pastor
(01. Dezember 2011/idea) – In Hamburg gehen die Kundgebungen für die Freilassung des zum Tode verurteilten Pastors Youcef Nadarkhani weiter.
An jedem Sonnabendnachmittag im Advent versammeln sich Christen, Politiker und Menschenrechtler in der Einkaufsmeile Mönckebergstrasse, um Mahnwachen für den 35-jährigen Leiter einer 400 Mitglieder zählenden christlichen Untergrundgemeinde abzuhalten. Er wurde am 22. September 2010 wegen „Abfalls vom islamischen Glauben“ und der „Verbreitung nicht-islamischer Lehre“ zum Tode durch den Strang verurteilt. Das Urteil wurde im Juli vom Obersten Gericht bestätigt, aber noch nicht vollstreckt.
Nach einer Welle internationaler Proteste wurde der Fall an eine untere Instanz zurückverwiesen und zur Begutachtung an den höchsten religiösen Führer und Rechtsgelehrten, Ayatollah Ali Khamenei, weitergeleitet.
In Hamburg hat es schon mehrfach Kundgebungen für Nadarkhanis Freilassung gegeben. Am 16. September kamen 410 Demonstranten vor dem iranischen Konsulat zusammen, und am 26. November vereinten sich rund 300 Personen zu einer Lichterkette in der Mönckebergstrasse. Dabei wurden 822 Unterschriften von Passanten gesammelt.
Veranstalter ist die Ortsgruppe der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM); sie wird unterstützt von der Evangelischen Allianz und der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in der Hansestadt.
Der Menschenrechtsausschuss des Bundestags hatte bereits am 19. Oktober einstimmig die sofortige Freilassung Nadarkhanis gefordert. Der Ausschussvorsitzende Tom Königs (Bündnis 90/Die Grünen) wird laut Klimke demnächst in den Iran reisen und dort den Fall des Pastors ansprechen.
Insgesamt hat die IGFM über 17.000 Unterschriften für Nadarkhani gesammelt. Sie befürchtet, dass bei einer Vollstreckung des Todesurteils bis zu 500.000 weitere Christen im Iran von Hinrichtung bedroht sind.
Von den 74,2 Millionen Einwohnern sind 99 Prozent Muslime. Die Zahl der Konvertiten zum christlichen Glauben wird auf 250.000 geschätzt. Ferner gibt es bis zu 150.000 meist orthodoxe armenische und assyrische Christen.
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