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Christliche Medien: Qualität ist gefragt

(21. Januar 2011/idea) – Vor allem auf die Qualität ihrer Inhalte müssen die evangelischen Medien angesichts der rasanten digitalen Entwicklung setzen. Diese Ansicht vertrat der Direktor des Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik (GEP), Jörg Bollmann (Frankfurt am Main),auf dem zweiten Christlichen Medienkongress in Schwäbisch Gmünd.

Die grösste Herausforderung für Medienhäuser und Verlage sei die Verschmelzung von Presse, Fernsehen und Hörfunk mit dem Internet. Zeitungen und Zeitschriften, Rundfunksendungen und Internetinhalte jederzeit und überall nach eigener Wahl nutzen zu können, sei durch mobile Endgeräte der kommende Trend, sagte Bollmann vor rund 200 Kongressteilnehmern.

Dadurch geraten besonders die gedruckten Medien unter Druck. Die Auflagen der Zeitungen und Zeitschriften gehen zurück. Die konfessionellen Titel verbuchten im zweiten Quartal 2010 einen Rückgang um 2,2 Prozent. Der Verlust an Reichweite treffe die evangelische Publizistik im Kern, so Bollmann, denn das Christentum sei Buchreligion, und die evangelische Publizistik sei in weiten Teilen im Bereich der gedruckten Medien zu Hause.

Bollmann machte darauf aufmerksam, dass zwei Drittel aller Besitzer mobiler Endgeräte digitale Zeitschriften lesen. Dies zeige, dass sich zwar die technologischen Instrumente verändern, aber die nachgefragten Inhalte gleich bleiben: „Zeitschriftenleser bleibt Zeitschriftenleser, Nachrichteninteressierter bleibt Nachrichteninterressierter, Fussballfan bleibt Fussballfan.“ Es komme also auf die Inhalte an.

Darauf müssten sich die evangelischen Medien konzentrieren: „Wenn digitale Zeitschriften geliebt werden, sollten evangelische Zeitschriften auch digital erreichbar sein. Wenn Nachrichten online gehen, sollten auch evangelische Nachrichten digital empfangbar sein. Wenn Fernsehangebote nicht mehr linear sind, sollten auch evangelische Programmbeiträge in den Mediatheken zeitsouverän abrufbar sein.“

Evangelische Publizistik biete eine grosse Vielfalt: Zeitungen, Zeitschriften, Bücher, Hörfunk, Fernsehen, Internetseiten, Apps, Nachrichtenagenturmeldungen, Branchendienste und mehr. Kirchliche und freie christliche und evangelikale Medien erzielten auch eine beachtliche Öffentlichkeitswirkung. Dies sei auch nötig, um die abendländisch-christlichen Wurzeln und Traditionen in Kirche und Gesellschaft zu bewahren.

Unabdingbar sei, auf Qualität zu setzen und an „die Markenkraft unserer Produkte“ anzuknüpfen. Nicht um der „Verpackung“ willen sollte die evangelische Publizistik sich in den neuen Medien engagieren, sondern – so Bollmann – „Qualität ist unsere Stärke.“

Der Marktforscher Malthe Wolf von TTNS Infratest (München) sagte, trotz der rasanten Ausbreitung der digitalen Kommunikation glaube er weiterhin an eine Zukunft für die klassischen Medien wie Presse und Rundfunk. Viele Menschen wollten zum Beispiel nach einem hektischen Alltag einfach im Sessel fernsehen oder lesen. Seine Forschungen zeigten auch, dass immer mehr Menschen bereit seien, für Qualität auch im Internet zu zahlen.

Der Christliche Medienkongress, der Ende 2009 zum ersten Mal stattfand, ist ein Diskussionsforum über Medienethik und eine Gesprächs- und Begegnungsplattform für Medienschaffende.



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