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Prostitution verbieten?

(30. Januar 2011/idea) – Für ein Verbot der Prostitution in Deutschland spricht sich der Pastor für Arbeit, Wirtschaft und Soziales der hannoverschen Landeskirche, Peer-Detlev Schladebusch (Celle), aus. Mit ihrer Legalisierung durch ein Gesetz aus dem Jahr 2002 seien „Entwürdigung und Freiheitsberaubung“ erlaubt worden, schreibt er im Informationsblatt des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt (KDA).

Schladebusch ist Ansprechpartner des KDA in der Region Lüneburg-Wolfsburg sowie geistlicher Berater für Führungskräfte und Unternehmensleitungen. Er bezeichnet es als „Ausdruck von Menschenverachtung“, wenn im Blick auf Prostituierte gesagt werde „Die machen das doch freiwillig“ oder wenn behauptet werde, käuflichen Sex müsse es geben, damit nicht noch mehr sexuelle Übergriffe geschähen.

Für Schladebusch ist es unvereinbar mit der im Grundgesetz als „unantastbar“ geschützten Menschenwürde, wenn es „Menschen zweiter Klasse“ gebe, „derer sich andere bedienen können“. Verwundungen an Körper und Seele seien „die logische und reale Konsequenz“.

Das Gesetz habe Frauen mehr Schutz geben wollen, aber in vielen Fällen das Gegenteil bewirkt. Schladebusch: „Es nutzt eher den Bordellbetreibern und Zuhältern, die jetzt legal ihr Geschäft betreiben und Frauen unter Druck setzen.“ Politik und Ordnungsbehörden scheine das kaum zu interessieren.

Schladebusch verweist darauf, dass in Schweden bereits 1999 ein Prostitutionsverbot erlassen worden sei: Freiern drohten bis zu sechs Monate Haft. Trotz anfänglicher Bedenken, dass die Prostitution in den Untergrund wandern würde, sei dieses Gesetz dort heute kaum noch umstritten. Frankreich erwäge nachzuziehen. Viele hätten erkannt, dass nur so „dem Skandal der Entwürdigung“ beizukommen sei. Schladebusch: „Niemand verkauft seinen Körper ohne Zwang oder eine äussere oder innere Notlage.“

Zur Rückgewinnung eines menschenwürdigen Lebens könnten Umschulungsangebote für Prostitutierte dienen: „Gute Arbeit baut Menschen auf und verleiht neues Selbstwertgefühl.“ Das gelte auch für die rund 400.000 Prostituierten in Deutschland. Bei Jesus Christus gebe es ohnehin keine Menschen zweiter Klasse, so Schladebusch.



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